Kühles Bier mit Folgen: „Kann bis zum Herzinfarkt gehen”
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Sommer, Fußball-WM und kaltes Bier. Klingt traumhaft? Dabei kann die Kombination aus Hitze und Alkohol zum Albtraum werden. Während des Musikfestivals „Fête de la musique“ in Paris galt deshalb ein Alkoholverbot.
Eine Hitzewelle rollt über weite Teile Europas hinweg. Laut einem Bericht des Fachmagazins Lancet sind die Zahlen der hitzebedingten Todesfälle in fast allen Teilen Europas gestiegen. Auch die Zahl der Hitzewarnungen in Europa haben zugenommen.
Bei Temperaturen von um die 40 Grad Celsius galt deshalb in Frankreichs Hauptstadt Paris während des Musikfestivals „Fête de la musique“ ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum. Hitze allein kann schon eine enorme Belastung für den Körper sein. Darauf ein paar kühle Bier? Besser nicht.
Je heißer es ist, desto mehr Flüssigkeit scheidet der menschliche Körper über die Haut aus. Wir schwitzen wie verrückt. Diesen Flüssigkeitsverlust müssen wir über Getränke ausgleichen. Ja, auch Bier, Weinschorle oder Gin Tonic sind flüssig und es mag sich so anfühlen als würden sie den Durst löschen. Aber das täuscht.
„Alkohol führt zu einem stärkeren Harndrang, zu noch mehr Flüssigkeitsverlust“, sagt Helmut Seitz. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie und Honorarprofessor für Innere Medizin, Gastroenterologie und Alkoholforschung an der Universität Heidelberg. Mit der Flüssigkeit würden auch Salze ausgeschieden: Kalium, Natrium und Magnesium. „Es kommt also mehr unten raus als Sie oben reinschütten“, sagt Seitz.
Das kühle Bier sorgt außerdem dafür, dass sich die Blutgefäße erweitern. Dadurch sinkt der Blutdruck, Schwindel und Kopfschmerzen sind die Folge. Der Verlust der Mineralien habe außerdem Auswirkungen auf das Herz, sagt Seitz. Vorhofflimmern, Extrasystolen und Herzrhythmusstörungen könnten die Folge sein. „Das kann bis zum Herzinfarkt gehen.“
Bestimmte Medikamente, wie beispielsweise Blutdrucksenker oder Mittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken, können das Risiko weiter erhöhen, sagt Seitz. Dazu gehören auch Schlaf- oder Beruhigungsmittel, deren Effekte auf das zentrale Nervensystem sich mit denen des Alkohols potenzieren: Schwindel und Benommenheit nehmen zu.
Doch heiße Tage mit Alkohol zu begießen ist nicht nur für ältere oder Menschen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen ein Problem. Junge Menschen, die aktiv sind, viel Sport machen und deshalb viel schwitzen, sollten ebenfalls aufpassen, sagt Seitz. Was ist mit dem Bier nach dem gelaufenen Halbmarathon oder dem gewonnenen Fußballspiel? Aus gesundheitlicher Sicht ist die Antwort des Alkoholforschers eindeutig: „Was Schlechteres kann man eigentlich nicht machen.“
FOCUS
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